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Was ist Networkmarketing?

Networkmarketing ist der Marketingbereich, über den die meisten Gerüchte und Halbwahrheiten kursieren. Es wird als Schneeballsystem bezeichnet, als Industrie, als eigene Branche und so weiter. Selbst auf Veranstaltungen von Unternehmen, welche Networkmarketing zur Vermarktung eingesetzten, wird das System in verwirrender Art und Weise beschrieben.

Wie kommt es dazu?

Gerüchte um das Thema Networkmarketing

Es gibt viele Gründe, warum Networkmarketing in solch einem falschen Licht steht. Einige möchte ich hier aufzählen.
  • Die Menschen, die das System erklären, sind meist keine Marketingfachleute.
  • Häufig werden die Informationen über das Marketingsystem Networkmarketing aus seinem Mutterland USA übernommen. So kommt es, dass Networkmarketing als Industrie (aus dem engl. für Branche) dargestellt wird. In Deutschland versteht man unter Industrie laut Definition etwas Anderes.
  • Auch die Bezeichnung Branche trifft es nur am Rande. Es ist nicht üblich, einen einzelnen Zweig aus einer Branche, nämlich der Marketingbranche, als eigenständige Branche zu bezeichnen.
  • Networkmarketing ist auch keine Wirtschaftsform. "Wirtschaftsform" wird in Deutschland anders definiert.
  • Das Marketingsystem wird häufig mit vielen anderen "Systemen" verglichen, ohne dass die Hintergründe bekannt sind.
  • Networkmarketing wird von den Betreibern des Systems oft mystifiziert, um es interessanter darzustellen.
  • Anstatt das Marketing in seiner Allgemeingültigkeit zu erklären, werden oft die firmeninternen "Marketingpläne" erklärt und gerne mit gewaltigen Zahlen unterlegt, und so weiter und so weiter. Egal, ob auf Internetseiten oder in Büchern zum Thema Networkmarketing, überall finden sich fehlerhafte Darstellungen über Networkmarketing.

Umso erstaunlicher ist es, dass es die erfolgreichen und "begeisterten" Networker sind, die immer wieder das System, welches Networkmarketing beinhaltet, mit den falschen Vokabeln auf Seminaren, Büchern und Kassetten erklären.

Wie viele Networker habe ich sagen hören, dass sie gar nicht wussten, wie etwas funktioniert, aber dass sie angefangen haben und dennoch erfolgreich wurden. Wie kann das sein? Dem Ruf des Geldes folgend machen, was einem gesagt wird, halte ich für sehr bedenklich. Nicht umsonst sind das die "seltsamen Typen", die dieser Marketingform den schlechten Ruf verleihen. Diese Seite soll aufklären. Meine Bitte an alle Networker ist es, nicht alles ungefiltert nachzuplappern, auch wenn der "Plan" das so vorsieht. Natürlich kommt so auch immer ein gewisser Erfolg zustande, aber auch eine Menge an verbrannter Erde, die dazu in keinem Verhältnis steht. Soll die Zukunft des Networkmarketing so aussehen, dass in diesem Bereiche nur noch "Geldgeile" oder "Verrückte" arbeiten? Networkmarketing ist ein wunderbares Marketingsystem, welches wesentlich erfolgreicher laufen würde, wenn auch die Topleute sich davon angesprochen fühlen würden.

Der Ruf von Networkmarketing

Es ist also kein Wunder, dass Networkmarketing in Deutschland einen so schlechten Ruf hat. Weitere Gründe dafür sind:
  • Die unverständliche Erklärung des Marketingsystems.
  • Viele unseriöse Unternehmen haben sich das Marketingsystem zu Nutze gemacht, um auf unlauterem Weg an Geld zu kommen.
  • Das Marketingsystem kommt aus Amerika, es wird aber von vielen Unternehmen 1 zu 1 übernommen, obwohl die Mentalität in Deutschland eine Andere ist.
  • Marketing wird oft in dilettantischer Weise umgesetzt.
  • Networkmarketing ist dem illegalen Schneeballsystem in manchen Punkten sehr ähnlich.
Und auch hier gibt es viele weitere Gründe. Die meisten Menschen könnten auf Anhieb eine negative Geschichte über ihre Erfahrung mit dem Thema beisteuern.

An dieser Stelle jedoch wird Networkmarketing als das dargestellt, was es ist: eine Möglichkeit, Marketing zu betreiben!

Networkmarketing erklärt sich sehr einfach: Network (Netzwerk) und Marketing (Summe aller Maßnahmen zur Vermarktung von Produkten und Leistungen). Das war's!

Weitere Bezeichnungen für Networkmarketing
  • MLM, die Abkürzung für Multi-Level-Marketing. Die Bezeichnung wird abgeleitet von der Marketingstrategie über mehrere Level, also Ebenen.
  • Strukturvertrieb. Häufige Bezeichnung aus dem Bereich der Finanzdienstleistung. Der Vertrieb, welcher eine Leistung oder ein Produkt vertreibt, ist genau wie MLM in verschiedene Level unterteilt / strukturiert.

Verwandte Begriffe, welche gerne mit Networkmarketing in Verbindung gebracht werden:
  • Direktvertrieb. Hier ist zu beachten, dass Direktvertrieb nicht zwangsläufig auch Networkmarketing bedeutet. Vielmehr kann es sein, dass Unternehmen Networkmarketing als Marketingform einsetzten und Direktvertrieb ein Teil des Networkmarketings ist. Direktvertrieb funktioniert aber auch für sich alleine. Es bedeutet lediglich, dass Produkte ohne Umwege und direkt vom Vertriebsmitarbeiter an den Verbraucher vertrieben werden.

Network

Networkmarketing ist die natürlichste Form des Marketings. Natürlich deshalb, weil unser Leben nur aus Network, also Netzwerken besteht. Das bekannteste Netzwerk, in dem wir leben, ist unser Familiennetzwerk. Die Initiatoren des Netzwerkes waren unsere Vorfahren. Sie haben irgendwann begonnen und ein System geschaffen, welches wir bis heute permanent multiplizieren. Hier kann man sich auch gut die Level des MLM, oder die Struktur eines Strukturvertriebes vorstellen. Nehmen wir Ihre Urgrosseltern. Sie haben sich gefunden, um einander geworben, sich verheiratet und mit der Geburt Ihrer Grosseltern die nächste Ebene (Level) eröffnet. Das System ist einfach multiplizierbar und funktioniert schon seit Generationen (Level) und bildet automatisch Familien (Strukturen). Generation für Generation übernimmt das gleiche Prinzip. Umeinander werben (Geschäftsbeziehung aufbauen), Heiraten (Verträge schließen), Kinder bekommen (sich duplizieren bzw. weiter Ebenen eröffnen). In den früheren Großfamilien galt es immer noch, möglichst viele Kinder zu haben, weil das die spätere Altersversorgung war.

Um Networkmarketing als Marketing zu verstehen (also als Möglichkeit, um Produkte oder Leistungen zu vermarkten), ist es aber einfacher, sich Empfehlungsketten vorzustellen. Mit Empfehlungsketten haben wir ebenfalls ständig zu tun. Außer im Networkmarketing werden die Empfehlungsketten nicht nachgehalten. Haben Sie schon einmal ein gutes Restaurant oder einen Kinofilm weiterempfohlen? Wenn ja, können Sie sich vorstellen, dass diejenigen, denen Sie etwas weiterempfohlen haben, genau das gleiche getan haben?

Wie sieht es aus mit den meisten Internetseiten? Viele haben ganz auf teure Werbung verzichtet, und dennoch sind die meisten Menschen durch eine Empfehlung auf die Seiten gekommen. Hierfür werden die "Tell a friend" (Erzähle es einem Freund) Funktionen eingesetzt. Fast überall im Internet finden sich diese Empfehlungsfunktionen. Jedes Produkt und fast jede Information kann man im Internet durch einfache Eingabe der Emailadresse eines Bekannten weiter empfehlen. Daraus sind nicht selten Millionen von Usern auf eine Internetseite aufmerksam geworden.

Aber nun zurück zu Ihrer Empfehlung. Stellen Sie sich vor, sie empfehlen einen Kinofilm, der Ihnen gefallen hat. Sie erzählen in der Mittagspause Ihren Kollegen am Tisch, wie gut der Film war, und dass man sich den unbedingt ansehen muss. Ihre Kollegen sehen sich den Film im Laufe der Woche ebenfalls an und beginnen damit, den Film in deren Freundes- und Familienkreis zu empfehlen. Aufgrund Ihrer Empfehlungen sind nun hunderte von Menschen in den Film gegangen. Würden Sie nun Freikarten für den nächsten Film bekommen? Nein, natürlich nicht. Aber warum nicht?

1. Die Empfehlungsketten wurden nicht nachgehalten
2. Der Kinobetreiber hat einen anderen Marketingweg gewählt, und es ist kein Budget für Freikarten übrig. Der Kinobetreiber hat sein Marketingbudget mit dem klassischen Marketing (Fernseh-, Kino-, Zeitungswerbung) ausgegeben.

Unternehmen, welche Networkmarketing als Marketinginstrument nutzen, sparen sich das Geld für die "klassischen" Marketingstrategien und bezahlen aus diesem Budget die Provisionen anteilig in das Empfehlungsnetzwerk.

Marketing

Die Summe aller Maßnahmen zur Vermarktung von Produkten und Leistungen. Kürzer lässt es sich nicht beschreiben. Aber genauso umfangreich ist es auch.

Die Maßnahmen beginnen bei der Frage der Distribution der Waren und gehen bis zu den Maßnahmen der entsprechenden Werbung.

Ein Unternehmer kann nun wählen, welchen Marketingweg er gehen will. Der klassische Weg ist es, Produkte über den Großhandel an den Einzelhandel zu vermarkten und vom Einzelhandel an den Verbraucher. Dabei möchte sowohl der Großhandel als auch der Einzelhandel an der Vermarktung mitverdienen. Damit der Verbraucher auch über das Produkt informiert ist, muss zusätzlich noch Werbung geschaltet werden. Die Werbung erfolgt häufig über das Fernsehen, Radio, Anzeigen und diverse Kampagnen. All das kostet ebenfalls viel Geld. Der Erfolg der Kampagnen ist oft ungewiss. Nicht selten kommt es vor, dass viele Millionen an Werbeetat einfach verpuffen. Aber auch das bezahlt am Ende immer der Kunde.
Networkmarketing Schema

Im Networkmarketing funktioniert das etwas anders. Die Kosten für Groß- und Einzelhandel sowie das Werbebudget verbleiben im Unternehmen. Mit dem so frei geworden Budget werden die Vertriebsmitarbeiter (die Networker) bezahlt. Das Unternehmen zahlt die Kosten für die Werbung also erst, wenn sie erfolgreich war, in Form einer Provision an den Vertriebsmitarbeiter, sobald dieser ein Produkt erfolgreich vermarktet hat.

Nun erklärt sich auch sehr einfach, wie es kommt, dass manche Mitarbeiter in den Unternehmen überdurchschnittlich viel verdienen. Betrachten wir einmal ein Unternehmen, welches sich im laufe der Jahre etabliert hat, so macht es genauso viel, wenn nicht sogar mehr Umsatz als ein vergleichbares Unternehmen mit klassischer Marketingstrategie. Der Unterschied liegt nur darin, dass nicht Großhandel, Einzelhandel, die Werbeagenturen, Drucker, Radiosender, Fernsehsender, Werbeträger (Thomas Gottschalk, Beckenbauer, etc.) Zeitungen, Magazine, Eventagenturen etc. mitverdienen.

Das Besondere im Networkmarketing, und das ist auch die große Chance für jeden Mitarbeiter, liegt darin, dass die Empfehlungsketten nachvollzogen werden können. Es ist also möglich, durch spezielle Datenbanksysteme zu ermitteln, welcher Kunde durch welchen Mitarbeiter wann wie viel umgesetzt hat. Die Margen werden (ähnlich wie beim Groß- und Einzelhandel) in verschieden Eben (Strukturen oder Level) verteilt.

Was Kritiker am Networkmarketing oft anprangern, wird, wie man direkt erkennt, bei Groß- und Einzelhandel merkwürdigerweise akzeptiert. Denn auch hier handelt es sich um einen strukturierten Vertrieb.


Vorteile des Networkmarketing gegenüber der klassischen Marketingstrategie

Für den Kunden
  • Der Kunde wird ggf. intensiver beraten.
  • Der Kunde bekommt das Produkt nach Hause geliefert.
  • Oft besteht die Möglichkeit, das Produkt zu testen und bei Nichtgefallen wieder zurückzugeben.
  • Der Kunde kann das Produkt weiter empfehlen, wenn er zufrieden ist, und bekommt dafür zum Teil die Produkte zum Einkaufspreis.

Für den Mitarbeiter
  • Mit aktiven Empfehlungen Geld verdienen.
  • Produkte zum Einkaufspreis beziehen.
  • Sich eigene Empfehlungsketten aufbauen, um damit durch Duplizieren Geld verdienen zu können.
Ich hoffe, Ihnen mit diesen Informationen weiter geholfen zu haben. Haben Sie noch Anregungen oder Fragen? Kontaktieren Sie mich einfach.

Herzliche Grüße

Andy M. Uliczka